Inklusives Wohnen? Expert*innentreffen in Graz

Diese Woche fand die Selbstvertretungs-Vollversammlung im Steiermarkhof in Graz statt. Neben Selbstvertreter*innen aus der ganzen Steiermark waren auch die Selbstvertreter*innen der LH4-You – und damit auch Lebenshilfe Mürztal Selbstvertreterin Karin Troiss - mit dabei. Das Ziel dieser Versammlung: Die Zukunft inklusiv und nachhaltig mitbestimmen zu können! Denn: Die Selbstvertreter*innen sind Expert*innen in eigener Sache und wissen genau was sie wollen und an welchen Schrauben unbedingt gedreht werden muss.

In 4 Workshops wurden  die Themenfelder Wohnen, öffentlicher Raum, Öffis und Mobilität sowie Ehrenamt und Freiwilligenarbeit „untersucht“. Im Zentrum stand die Frage wie „inklusives Wohnen“ gelingen kann. Karin Troiss arbeitete beim Themenfeld „öffentlicher Raum“ mit und zeigte viele Barrieren auf, die ihr täglich begegnen. Zum Beispiel viel zu hohe Gehsteige, die Rollstuhlfahrer zu schaffen machen, oder Behinderten WCs, die oft schwer zugänglich sind.

„Die Versammlung war superinteressant und sehr informativ. Ich finde es immer gut wenn Selbstvertreter*innen aus verschiedenen Regionen und Einrichtungen zusammentreffen. Ich konnte bei einem der urspannendsten Themen mitarbeiten: Barrieren im öffentlichen Raum. Ich habe dann erfahren dass es in Gemeinden auch Inklusionsbeauftragte geben sollte – das habe ich gar nicht gewusst. Es gibt viele Hürden für Menschen mit Behinderung im öffentlichen Raum. Wie zum Beispiel bei uns in Kindberg eine Rampe die in einen Drogeriemarkt führt – die aber für einen Rollstuhlfahrer gar nicht geeignet ist. Oder zum Beispiel, dass am Bahnhof ein Lift für Rollstuhlfahrer sein sollte – aber in meiner Gemeinde keiner ist. Oder leichte Sprache im Internet, viel zu kleine Texte und keine leichter lesen Versionen. Das ist für viele eine Hürde, das ist auch für mich oft sehr schwierig da was lesen zu können. Ich war in der Workshop-Gruppe von Hanna Kamrat. Sie sitzt auch im Rollstuhl und ist Vizepräsidentin von der Lebenshilfe Österreich. Sie hat den Workshop geleitet. Mit ihr möchte ich mich in Zukunft viel stärker vernetzen. Die Ergebnisse des Workshops werden an die Verantwortlichen des Landes weitergetragen, damit sich was ändert und die Hürden nach und nach weniger werden.“

Die Veranstaltung nahm Selbstvertreterin Karin Troiss auch als Anstoß, sich zukünftig mit der „Inklusionsbeauftragten“ der Stadtgemeinde zu vernetzten und vor allem um „noch genauer hinzuschaun´ wenn etwas gebaut oder umgebaut wird, dass dabei auch auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung geachtet wird.