HAZISSA - Sexuelle Bildung und Schutz vor sexueller Gewalt

Von sexualisierter Gewalt kann jeder Mensch betroffen sein: Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer. Besonders gefährdet sind Menschen in sogenannten „Begleitungsverhältnissen“ – also auch Frauen und Männer mit Behinderung. Die Lebenshilfe Mürztal organisiert im November für interessierte Kund*innen der Lebenshilfe Mürztal sowie der Lebenshilfe Bruck Kapfenberg, einen 2-teiligen Workshop, der keine Fragen der Teilnehmenden zum Thema Liebe und Sexualität offen lässt. Weil: Aufklärung schützt vor Gewalt.

Der Workshop wird von Mitarbeiter*innen des Vereins Hazissa abgehalten. Die Grazer Institution wurde 2003 gegründet und sieht sich als Fachstelle zur Prävention sexualisierter Gewalt. Die Haltung von Hazissa ist klar und deutlich: „Sexualität ist ein Menschenrecht und wichtiger Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung aller Menschen. Alters- und entwicklungsgerechte sexuelle Bildung ist die Grundlage für eine selbstbestimmte und verantwortungsvoll gelebte Sexualität.“

Frau L. nahm vorige Woche am ersten gemeinsamen Workshoptag teil. Einfach, weil sie es wichtig findet, gut aufgeklärt zu sein. „Wir haben über sehr Vieles gesprochen. Unter anderem auch über die Entwicklung vom Kind zum Mann/ zur Frau, auch das Thema Verhütung war großes Thema – welche Möglichkeiten da bestehen. Ich bin der Meinung, Liebe, Beziehung und Sexualität ist was ganz Normales, ist etwas Schönes! Und gehört zum Leben dazu. Wir Menschen mit Behinderung haben genau dasselbe Recht dies zu leben wie alle anderen Menschen auf dieser Welt auch. Ich finde das darüber ganz normal gesprochen werden soll.“

Ein großer Teil der Fortbildung widmet sich auch dem Thema (sexueller) Gewalt. Die Lebenshilfe Mürztal erarbeitete bereits 2016, unter Einbindung der Mitarbeiter*innen und Hazissa, ein sexualpädagogisches Konzept, welches eine unmissverständliche Haltung zur Thematik Sexualität sowie zu (sexuellen) Übergriffen und (sexueller) Gewalt vermittelt. Das Konzept wird im Workshop an die Teilnehmer*innen vertieft vorgestellt. Denn: transparente Haltungen geben Sicherheit und helfen (sexuelle) Gewalt zu verhindern.